Kolumbien

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die letzten 2 Wochen

Nach dem spannenden Camping-Wochenende, worüber ich ja auch bereits ausführlich berichtet habe, waren die letzten 2 Wochen eher ruhig. Allerdings sind doch 2 interessante Sachen geschehen. Zum einen hat der eine kolumbianische Mitbewohner, Cesar, sich kurzfristig überlegt nach Bogota zu ziehen und dort eine neue Arbeit anzutreten. Das interessante an der Sache ist, er hat erst 2 Tage bevor er bei Rambal aufgehört hat und nach Bogota umgezogen ist, dem Firmenchef und der Personalabteilung Bescheid gegeben. In so einem Fall bleibt natürlich ausreichend Zeit die Position des Produktionsleiters neu zu besetzen. Dementsprechend begeistert hat Raimundo, unser Chef natürlich auch reagiert. Aber hier in Kolumbien ist halt alles möglich. Da Cesar allerdings auch fast alle Möbel aus unserem Haus gehören und er am vergangenen Freitag ausgezogen ist, kam dann auch nen großer LKW mit Möbelpackern vorgefahren. So standen wir am Samstag so ziemlich ohne alles da. Keine Esstisch, oder Stühle, kein Herd, kein Kühlschrank, kein Sofa, einfach gar nix, ausser unsere Betten. Also hieß es am Samstag erstmal organisieren. Zunächst hatten wir am Samstagmorgen nen Treffen mit Raimundo um zu besprechen, wie wir die ganze Situation regeln können. Dieses stellte sich alles als ziemlich simpel heraus. Da Raimundo hier in der nähe noch eine Finca mit Apartmenthaus besitzt sind wir zunächst dort hingefahren um zu schauen was wir von dort holen können. Dort haben wir dann nen Uraltkühlschrank und 2 Herdplatten abgegriffen. Der Kühlschrank kühlt zwar super, zieht nur elendig viel Strom und war verdammt schwer. Dann hieß es nen Tisch und Stühle besorgen. Da Raimundo hier keine schnelle Lösung parat hatte, haben wir ein paar Läden abgeklappert um zu schauen wie teuer son paar Sitzgelegenheiten sind. Da es sich als relativ Kostspielig herausstellte entscheiden wir uns einen Nachbar, welcher eine Schreinerei besitzt zu besuchen um Ihn zu fragen, ob er uns günstig etwas bauen kann. Da er sogar noch nen Tisch und 4 Stühle im Lager stehen hatte, bot er uns diese Leihweise an. Dieses Angebot haben wir natürlich dankend angenommen, und so waren wir auch schon nach einem Tag wieder ganz gut ausgestattet. Die zweite interessante Sache, die in den letzten 2 Wochen hier, waren die Landesweiten Gouverneurs und Bürgermeister Wahlen. Bereits die vergangenen 6 Wochen machten die Kandidaten Lautstark auf sich aufmerksam. Dies machte sich durch einige Politikerpartys in allen Dörfern und Städten bemerkbar. Desweiteren fuhren von morgens bis abends Autos mit lauter Musik und Wahlsprüchen durch die Straßen um Werbung für die unterschiedlichen Kandidaten zu machen. In der letzten Woche vor den Wahlen war dann jeden Abend Feuerwerk von irgendwelchen Parteien, was sich teilweise als recht nervig herausstellte, da die letzten Raketen und Böller auch schonmal Nachts um 2 losgelassen wurden. Am Wochenende, wo die Wahlen dann endlich anstanden, war im ganzen Land von Freitags morgens bis zum Montags morgens absolutes Alkoholverbot im ganzen Land.(Liegt wohl daran, dass die Kolumbianer bei Wahlen auch schonmal einen übern Durst trinken und dann ausflippen). In Supermärkten oder an kleinen Tiendas konnte kein Alkohol gekauft werden, Bars waren geschlossen, Discotheken waren geschlossen und auf den Straßen war vermehrte Polizeipräsenz, was sich vor allen dingen durch zahlreiche Straßensperren bemerkbar machte. Allein auf dem Weg zur Arbeit (ca. 10km) waren bereits am Freitag 3 Straßensperren. Also war am Wochenende hier nicht viel los, ausser halt am Sonntag die Wahlen. Abends wurden natürlich die Wahlergebnisse frenetisch gefeiert und es wurde mal wieder ordentlich Krach gemacht. Ansonsten gibt’s aus Kolumbien nicht viel Aktuelles zu berichten. Heute Nacht fahren wir nach Bogota um dort 10 Tage zu verbringen. Ein Freund aus der Firma muss dort auf der internationalen Plastikmesse arbeiten und er hat uns gefragt ob wir nicht mitkommen wollen, um Bogota kennenzulernen. Das Praktische ist, wir können umsonst im Haus seiner Mutter wohnen, und sie wohnt wohl in einer äußerst sicheren und touristischen Gegend, was für uns natürlich optimal ist um die Zahlreichen Museen und Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Bogota, soll ja nach einigen Medienberichten ja auch nen bissl gefährlich sein, und Arbeitskollegen meinten die Leute in Bogota wären längst nicht so nett wie in Bucaramanga oder an der Küste. Ich bin mal gespannt was ich dort alles erleben werde. In ca. 2 Wochen kann ich euch dann sicher einiges berichten. Bis dahin!

2.11.07 20:34, kommentieren

AUSFLUG NACH BOGOTA

Wie bereits letzte Woche erwähnt ging es am vergangenen Wochenende nach Bogota.

Eigentlich hatte ich geplant 10 Tage in Bogota zu bleiben, mich aber bereits kurz vor Abreise entschieden doch nur 5 Tage zu bleiben um dann an die restlich Zeit zu nutzen um meine Studienarbeit weiter zu schreiben und zu beenden.

Am vergangenen Freitag gings dann mitm Bus auf nach Bogota. Die Tickets für den Bus hatten wir uns bereits vorher bestellt, was auch notwendig war, denn der Bus war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Das ist wohl auch normal am Wochenende.

Der Bus hatte die offizielle Abfahrtszeit 23.30Uhr, da aber alles immer ein wenig später beginnt, begann auch die Busreise mit einer halben Stunde Verzögerung. Nachdem der Bus vorgefahren war, war ich zunächst vom Fabrikat überrascht, ein deutscher Mercedes Bus. Die zweite Überraschung folgte prompt beim besteigen des Busses. Ich denke mal jeder kennt einen normalen deutschen Reisebuss, wo hinten immer die 5***** Sterne aufgepinselt sind (für toilette, TV, Klima&hellip. Das hatte unser kolumbianische Bus nicht, aber es fiel direkt auf, dass die Sitze breiter sind, man mehr Beinfreiheit hat und es sogar 2 Bustoiletten gibt. Und das obwohl der Bus keinen Stern hatte, naja, ausser den Mercedesstern. Da sollten sich die deutschen Busunternehmen mal ne Scheibe von abschneiden. Besonders von der Beinfreiheit. Aufgrund des überaus guten Komforts im Bus konnte ich auch sehr gut schlafen, so dass ich von den ersten 6 Stunden Busfahrt, bis auf die ganz ganz fiesen Schlaglöcher der kolumbianischen Straßen, gar nix mitbekommen habe. Nach diesen 6 Stunden hatten wir auch schon die ewig große Hochebene der Anden erreicht, auf welcher auch Bogota liegt. Dann kam es allerdings zu Problemen. Der Motor des Busses versagte auf mal den Dienst. Nachdem der Busfahrer dann alles gecheckt hatte und er zu dem Schluss gekommen war, dass ihm wohl der Sprit ausgegangen ist, ist der zweite Busfahrer mit einem großen Kanister zur nächsten Tankstelle und hat eben 20 Liter Diesel besorgt. Danach lief der Bus dann auch wieder. Und wir haben die Fahrt nach Bogota fortgesetzt! Nach der Zwangspause von ca. 1 Stunde und 2 Stunden weiterfahrt sind wir dann auch in Bogota angekommen. Dann hieß es erstmal Taxi fahren. Denn unser Kollege und Mitbewohner, der diese Woche auf einer Messe für Plastikprodukte arbeiten muss, hatte angeboten bei seiner Ma mit in der Wohnung zu schlafen. Das Angebot haben wir natürlich gerne angenommen, besonders, da die Wohnung sehr Zentral zur Innenstadt und zu den Touristenplätzen gelegen ist (Allerdings nicht zentral zur Busstation, deshalb die Taxifahrt). Angekommen an dem Apartmenthaus gings in die Wohnung. Ich kann nur sagen: ein atemberaubender Ausblick über die ganze Stadt. Denn das Haus ist am Berg gelegen und die Wohnung im 20ten Stock. Und man kann wirklich fast die ganze Stadt überblicken…

Nachdem wir dann erstmal gefrühstückt hatten wollten wir eigentlich in die Innenstadt um uns ein paar Plätze anzuschauen. Dann fing es aber erstmal an zu Regnen und Hageln. Evtl. habt ihr was davon im Fernsehen in Deutschland gesehen über das große Unwetter in der Hauptstadt Kolumbiens… Danach war erstmal totales Chaos auf den Straßen, denn einige Straßen standen so hoch voll Wasser, das kein Auto passieren konnte. Desweiteren waren einige Straßen mit einer 10cm dicken Eisschicht versiegelt, was natürlich auch zum Chaos beitrug… also haben wir uns zu Fuß auf den Weg gemacht… Ab da hieß es: das ganze Touri Programm…

Für 3 Tage…. Natürlich kam auch das Feiern und Leute kennenlernen nicht zu kurz.

Am 4ten Tag war dann die internationale Verpackungsmesse angesagt. Dort gab es zwar größtenteils nur sehr spezielle Maschinen, es war aber trotzdem sehr interessant. Abends hieß es dann auch schon Abschied nehmen von Bogota denn um 10.30 Uhr ging der Bus nach Bucaramanga.

Abschließend ein kleines Fazit zu Bogota: Die Stadt ist riesig. Man braucht sehr viel Zeit um von einem Ort zum anderen zu kommen, dies liegt zum einen  an den langen Strecken und zum anderen am großen Verkehrsaufkommen. Desweiteren muss ich sagen, dass ich mich sehr sicher gefühlt habe, denn vorher hatte ich von mehreren Seiten gehört, dass Bogota ein gefährliches Pflaster ist. Aber ich denke wenn man weiß, welche Gebiete man meiden sollte, ist Bogota sicher, was auch auf die starke Polizei und Militärpräsenz zurückzuführen ist.

(Die einzige Situation wo ich zunächst ein etwas komisches Gefühl im Magen hatte, waren die nächtlichen Taxifahrten, denn Hier fahren die Taxifahrer ohne Rücksicht auch bei Rot püber die Ampel. Sie werfen zwar auch mal nen Blick nach links und rechts und werden nen bissl langsamer, aber es wird nur im äußersten Notfall komplett abgebremst. Ich habe mir sagen lassen, dass dies aufgrund von häufigen nächtlichen bewaffneten Raubüberfällen so ist. Wir haben aber nix davon mitbekommen!).

Desweiteren sind die Leute alle sehr Hilfsbereit, wenn man mal ein paar fragen hat wo man am besten hergeht, welchen Bus man nehmen sollte…   Ich habe sicher nur einen Bruchteil dessen gesehen was Bogota zu bieten hat, ich werde aber Anfang nächsten Jahres sicher nochmal die Gelegenheit haben mehr Eindrücke der Hauptstadt Kolumbiens zu sammeln.

13.11.07 15:25, kommentieren